Bereitschaften, Gremienarbeit Und Fortschritt

Veröffentlicht am 23.2.2020, 07:07
Seit 2017 ist Christoph Kühnl, 24 Jahre jung, 1. Stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter im Kreisverband Kelheim (Niederbayern). Wir sprechen über die Rotkreuz-Gemeinschaft »Bereitschaften«, ihre Aufgaben und Fachdienste, Christophs Engagement als Delegierter zur Landesversammlung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und seine Einschätzungen zu den verbandlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre. Wir diskutieren, was sich im Roten Kreuz ändern sollte und streifen dabei auch die Strategie 2030 der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften und Themen wie Zusammenarbeit von Ehrenamt und Hauptamt sowie digitaler Transformation. Und er verrät uns, welche Bedeutung die 7 Rotkreuz-Grundsätze für ihn und seine ehrenamtliche Arbeit haben.

Show Notes

Natürlich dürfen auch Hinweise und Links zu den angesprochenen Themen nicht fehlen. Der Inhalt ist mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt worden. Wenn etwas fehlt oder falsch sein sollte, freuen wir uns über eine kurze Rückmeldung!

Zur Folge

  1. Christoph ist 1. Stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter im Kreisverband Kelheim und insgesamt seit rund 9 Jahren im Roten Kreuz. Seine private Webseite findet ihr unter kuehnl.bayern.
  2. Eines vorweg:
    1. Besucht das Rotkreuz-Einführungsseminar, auch wenn ihr nicht im Roten Kreuz aktiv seid. Den Rotkreuz-Kreisverband in eurer Nähe findet ihr zum Beispiel unter www.drk.de/das-drk/adressen/kreisverbaende/.
    2. Für alle aus München und Umgebung könnte auch das kostenloses Seminar »Humanitäres Völkerrecht für Einsteiger*innen« am Samstag, 14.3.2020, 9 bis ca. 17 Uhr in der Geschäftsstelle des Münchner Roten Kreuzes, Perchtinger Straße 5, 81379 München (U-Bahn Machtlfinger Straße) interessant sein. Anmeldung unter gabriel.buecherl@brk-muenchen.de.
  3. Die Bereitschaften sind eine der fünf Rotkreuz-Gemeinschaften im Roten Kreuz.
    1. Sie sind unter anderem für ihre Aufgaben Betreuungsdienst, Sanitätsdienst, Suchdienst und Katastrophenschutz bekannt.
    2. Wir sprechen ausführlich über die Fachdienste der Bereitschaften. Diese sind: Sanitäts- und Betreuungsdienst als Hauptaufgaben, CBRN(E) Chemisch-Biologisch-Radioaktiv-Nuklear-Explosiv, Information und Kommunikation (IuK), Motorrad, Psycho-soziale Notfallversorgung (PSNV), Rettungshundearbeit, Suchdienst, Technik und Sicherheit (T+S)
  4. Auf diese “alten” Folgen des Podcast haben wir uns im Gespräch bezogen:
    1. In der Folge Namenstag ging es um die sieben Grundsätze der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.
    2. Um Henry Dunant, den Begründer des Roten Kreuzes, ging es in der Folge Henry Dunant und seine Erinnerung an Solferino.
    3. Das »Wasserwacht-Informations- und Steuerungssystem« (WISS) ist eines der Themen über das wir in der Folge Klarer Kompass für ehrenamtliches Management sprechen.
  5. Landesversammlung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK):
    1. Die Landesversammlung tritt mindestens alle zwei Jahre zusammen. Es nehmen ca. 400 Mitglieder teil.
    2. Die Anzahl der Delegierten eines Kreisverbands richtet sich nach § 13 Abs. 1 Ziffer 1 der BRK-Satzung. Gesetzt sind der Vorsitzende und zwei weitere Delegierte des Kreisverbands. “Bei Kreisverbänden mit mehr als 10 000 Mitgliedern” kommen weitere Delegierte dazu und zwar “für jede angefangenen 10 000 Mitglieder” ein weiterer Delegierter oder eine weitere Delegierte. Die Delegierten der Kreisverbände werden von der Mitgliederversammlung gewählt (§ 26 Abs. 1 Ziffer 3 BRK-Satzung). Allerdings kann die Mitgliederversammlung “mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder im Einzelfall beschließen, dem Vorstand des Kreisverbandes die Benennung der Delegierten und Ersatzdelegierten zu übertragen.” (ebenda) Das war 2017 beispielsweise bei der Wahl im Kreisverband Kelheim und im Kreisverband München der Fall. Die weitere Zusammensetzung der Landesversammlung wird hier nicht ausgeführt.
    3. Die Mitglieder der Landesversammlung können Anträge einbringen, die einen Beschlussvorschlag enthalten und begründet werden sollen.
  6. Landesversammlung des Bayerischen Jugendrotkreuzes (JRK):
    1. Die JRK-Landesversammlung findet jährlich statt und besteht aus rund 100 Mitgliedern.
    2. Die Unterlagen sind hier unter jrk-bayern.de/landesversammlung öffentlich einsehbar.
    3. Jeder Kreisverband entsendet eine:n gewählten Delegierte:n des Jugendrotkreuzes.
  7. Wir haben kurz das Projekt BRK der Zukunft erwähnt.
  8. “Die Strategie 2030 der internationalen Föderation (IFRC) zielt darauf ab, zu verstehen, wie sich das Rote Kreuz und der Rote Halbmond in den nächsten 10 Jahren an die globalen Herausforderungen anpassen und neue Chancen nutzen sollten”.
    1. Dabei sind folgende vier Fragen entstanden, dich ich auch Christoph gestellt habe:
      1. Welche Entwicklungen in Bayern bzw. Deutschland werden die meisten Menschen in den nächsten 10 Jahren betreffen?
      2. Wie werden sich diese Trends auf das Rote Kreuz auswirken?
      3. Welche praktischen Schritte sollte das DRK unternehmen, um auf diese Trends zu reagieren?
      4. Was wäre angesichts dieser Veränderungen Deine Vision vom Rotkreuz-Roten Halbmond im Jahr 2030?
    2. Zur Generalversammlung 2019 (vgl. https://future-rcrc.com/s2030-framing/) wurden fünf globale Herausforderungen identifiziert:
      1. Klimakrise
      2. Krisen und Katastrophen
      3. Gesundheit
      4. Migration und Identität
      5. Werte, Machtverhältnisse und Einbeziehung
    3. Um diesen Herausforderungen zu begegnen muss das IFRC-Netzwerk sieben Veränderungen bewältigen:
      1. Starke lokale Akteure
      2. Ein verteiltes Netzwerk
      3. Eine vertrauenswürdige Organisation
      4. Freiwilligenarbeit & Jugend
      5. Beeinflussung der humanitären Hilfe
      6. Digitale Transformation
      7. Finanzierung der Zukunft
    4. “Die Strategie 2030 schlägt eine dringende Verlagerung der Führung und Entscheidungsfindung auf die lokale Ebene vor, wobei die Gemeinschaften in den Mittelpunkt des Wandels gestellt werden. Sie legt den Schwerpunkt auf das Denken über die Grenzen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds hinaus sowie auf das Engagement mit vielen Partnern und Akteuren, um positive Veränderungen in der ganzen Welt zu unterstützen.”
  9. Aus dem IFRC Datenbank und Reportingsystem haben wir die folgende Zahlen. Im Jahr 2018 gab es 435.131 Ehrenamtliche (rund. 9 % mehr als 2014) und 177.693 Hauptamtliche (rund. 18,7% mehr als 2014) im gesamten Deutschen Roten Kreuz.
  10. Außerdem haben wir das NIDApad erwähnt. Es dient der “mobilen Datenerfassung im Rettungsdienst”
  11. Die sieben Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung sind das Fundament unserer Arbeit vor Ort und weltweit.

Rotkreuzereignis des Monats

In dieser Rubrik greifen wir Rotkreuz-Jahrestage des aktuellen Monats auf, die wir der gleichnamigen Kategorie der Rotkreuz-Enzyklopädie roter-kreis.de von Franz Philippe Bachmann entnehmen. Es lohnt sich nicht nur die unerwähnten Jahrestage des aktuellen Monats nachzuschlagen, sondern auch andere Artikel dieses umfangreichen, gut recherchierten und liebevoll gepflegten Werks zu lesen. Übrigens, die Auswahl eines guten Artikels kannst du auch dem Zufall überlassen.

Erster Blutspendetermin

Am 29. Februar 1952 fand der erste Blutspendetermin des 1951 gegründeten ersten DRK-Blutspendedienstes, des heutigen Blutspendedienstes West, in Gelsenkirchen statt.


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Der Podcast 7 Gute Gründe ist eine Produktion des Münchner Podcastlabels insohr und erscheint unter der Lizenz CC BY-ND 4.0. Weitere Informationen dazu findest du unter https://7gutegruende.de/lizenz/.

Intro: Logo Opener by Free Music by Michael Shapman | https://soundcloud.com/fm_freemusic, Music promoted by https://www.free-stock-music.com, Creative Commons Attribution 3.0 Unported License, https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en_US